Übernachtungsrekord 2025: 497,5 Millionen Gästeübernachtungen in Deutschland

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Die Tourismusbranche in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord aufgestellt: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, verbuchten die Beherbergungsbetriebe 497,5 Millionen Gästeübernachtungen – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2024. Erfasst werden dabei Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienunterkünfte, Campingplätze und sonstige tourismusrelevante Unterkünfte mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten beziehungsweise zehn Stellplätzen. Es ist das zweite Rekordjahr in Folge und bestätigt, dass sich die Branche nach den Einschnitten der Pandemiejahre auf einem stabilen Niveau eingependelt hat.

Inlandsgäste tragen das Ergebnis, Auslandsgäste leicht rückläufig

Entscheidend für das Gesamtergebnis war die Nachfrage aus dem Inland: Die Übernachtungen inländischer Gäste stiegen nach Angaben von Destatis um 0,7 Prozent auf 413,7 Millionen. Demgegenüber standen 83,8 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland – 1,8 Prozent weniger als im Jahr 2024, als die Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli viele internationale Besucher angezogen hatte. Der Ausländeranteil am gesamten Gästeaufkommen lag damit 2025 bei 16,8 Prozent, nach 17,2 Prozent im Vorjahr.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) ordnet das Ergebnis in ihrem Jahresbericht als stabiles Jahr unter erschwerten Bedingungen ein. Neben dem Wegfall der Sondereffekte durch die Fußball-EM und große Konzertveranstaltungen 2024 verweist die DZT auf Kaufkrafteffekte infolge weltweit eskalierender Handelskonflikte sowie einen schwächeren internationalen Geschäftsreisemarkt. Die Urlaubsreisen aus Europa nach Deutschland lagen 2025 nach Erhebungen von IPK International auf Vorjahresniveau, während Geschäftsreisen um sechs Prozent zurückgingen. Aus den Überseemärkten verzeichnete der DZT-Jahresbericht dagegen bei Urlaubsreisen ein Plus von 13 Prozent. Besonders deutlich wuchsen dabei Städtereisen mit einem Zuwachs von 15,8 Prozent sowie Rundreisen mit plus 6,6 Prozent.

Reiseausgaben auf Rekordniveau – Kultur und Städte als Stärken

Wirtschaftlich blieb der Incoming-Tourismus auf Wachstumskurs: Die Ausgaben internationaler Gäste für ihre Deutschlandreisen stiegen nach der World Travel Monitor-Erhebung von IPK International um 1,0 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro – ein Rekordwert und rund ein Drittel mehr als im bisherigen Referenzjahr 2019. Zwei Drittel der Umsätze entfielen demnach auf Reisende aus Europa, ein Drittel auf Gäste aus Übersee. Mit 55,8 Millionen Reisen europäischer Gäste belegte Deutschland 2025 den zweiten Platz unter den Zielmärkten der Europäer – hinter Spanien (82,5 Millionen) und vor Frankreich (46,4 Millionen). Deutschland hält sich nach Angaben der DZT damit zugleich unter den zehn beliebtesten Reisezielen weltweit.

Als wichtigste Quellmärkte für Übernachtungen aus dem Ausland nennt das Statistische Bundesamt die Niederlande mit 11,7 Millionen Übernachtungen, gefolgt von den USA (6,9 Millionen), der Schweiz (6,7 Millionen), dem Vereinigten Königreich (4,7 Millionen) und Österreich (4,4 Millionen). Nach Bundesländern entfielen die meisten Ausländerübernachtungen auf Bayern (20,6 Millionen), Berlin (12,1 Millionen) und Baden-Württemberg (11,7 Millionen). In den Metropolen führte Berlin vor München (8,8 Millionen) und Frankfurt am Main (4,2 Millionen). Deutschland positionierte sich laut DZT zudem als Kulturreiseziel an der Spitze der weltweiten Reisen der Europäer; 24 Prozent aller Urlaubsreisen ausländischer Gäste waren demnach Kulturreisen, mit einer Gesamtzufriedenheit von Note 1,9 im Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus.

Dezember mit Bestwert, Ausblick getrübt

Zum Jahresende zeigte die Statistik nach oben: Im Dezember 2025 verbuchten die Beherbergungsbetriebe 32,0 Millionen Übernachtungen, 3,6 Prozent mehr als im Dezember 2024 und der höchste je in einem Dezember gemessene Wert. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland legten dabei um 3,5 Prozent auf 25,4 Millionen zu, die der Auslandsgäste um 4,0 Prozent auf 6,7 Millionen. Auch das DZT Travel Industry Expert Panel, eine Befragung von rund 250 Führungskräften internationaler Reiseunternehmen mit Deutschlandgeschäft, signalisierte zum Jahreswechsel einen Aufwärtstrend: Die aktuelle Geschäftslage im Incoming-Tourismus bewerteten 61 Prozent der Experten im vierten Quartal 2025 positiv – ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. 57 Prozent der Befragten erwarteten eine weitere positive Entwicklung ihres Deutschlandgeschäfts bis Mai 2026 – elf Prozentpunkte mehr als zuvor.

Zugleich bleibt der Ausblick unsicher. Die DZT weist in ihrem Jahresbericht darauf hin, dass die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar 2026 den Luftverkehr zwischen der asiatisch-pazifischen Region und Europa über die Drehkreuze in den Golfstaaten unterbrochen hat. Sprunghaft gestiegene Öl- und Kerosinpreise sowie wirtschaftliche Krisen in verschiedenen Ländern dürften den internationalen Tourismus 2026 belasten. Der Weltverband UN Tourism bilanzierte für 2025 weltweit rund 1,52 Milliarden internationale Ankünfte – ein Plus von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit überdurchschnittlichen Zuwächsen in Afrika (plus 7,8 Prozent) und Asien-Pazifik (plus 6,3 Prozent). Ob sich dieses Wachstum 2026 fortsetzt, hängt nach Einschätzung der Branchenvertreter wesentlich von der Entwicklung der geopolitischen Lage ab. Für Deutschland kommt als struktureller Faktor hinzu, dass der Geschäftsreiseanteil am Incoming mit rund 20 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt von elf Prozent liegt – Verschiebungen im globalen Geschäftsreisemarkt, etwa die Verlagerung traditioneller Geschäftsreisen in den virtuellen Raum, wirken sich hier entsprechend stärker aus. Positiv zu Buche schlugen dagegen promotable Geschäftsreisen: Mit 7,1 Millionen Konferenz-, Kongress-, Messe- und Incentive-Reisen aus Europa hielt Deutschland 2025 den größten Marktanteil in diesem Segment. Für Deutschland kommt hinzu, dass der Geschäftsreiseanteil am Incoming mit 20 Prozent europaweit überdurchschnittlich hoch ist – Verschiebungen im globalen Geschäftsreisemarkt wirken hier entsprechend stärker.

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