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Wellness-Tourismus: Schwarzwald bleibt meistgesuchte Region im DACH-Raum
Der Schwarzwald ist die meistgesuchte Wellnessregion in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das geht aus einer Auswertung der Berliner Buchungsplattform Travelcircus hervor, die das durchschnittliche monatliche Google-Suchvolumen für Wellnessangebote in 72 Regionen des DACH-Raums analysiert hat. Auf den Schwarzwald entfielen im Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 durchschnittlich 67.060 Suchanfragen pro Monat. Gleichzeitig zeigt die Auswertung einen deutlichen Rückgang des Gesamtinteresses: Das Suchvolumen aller untersuchten Regionen sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33 Prozent, von 596.090 auf 399.040 Anfragen pro Monat.
Auf Rang zwei folgt der Bayerische Wald mit 50.460 Suchanfragen, auf Rang drei das Allgäu mit 39.950. Die drei Spitzenregionen vereinen laut Travelcircus 39,5 Prozent des gesamten erfassten Suchinteresses auf sich. Insgesamt wertete die Plattform 3.349 Suchbegriffe aus; Grundlage waren Daten des Google Keyword Planners. Das Ranking misst ausdrücklich nur das Suchinteresse und bewertet nicht die Qualität der Regionen.
Waldgebiete deutlich vor Küstenregionen
Die Auswertung zeigt eine klare Präferenz der Suchenden für Wald- und Mittelgebirgsregionen. Die 17 untersuchten Regionen dieser Kategorie kommen zusammen auf 193.590 Suchanfragen pro Monat – das entspricht 48,5 Prozent des erfassten Suchinteresses. Die neun Küsten- und Inselregionen an Nord- und Ostsee erreichen zusammen dagegen nur 9.410 Anfragen, also 2,4 Prozent des Gesamtvolumens. Der Bayerische Wald allein übertrifft damit das Fünffache aller Küstenregionen zusammen. Unter den Küstenzielen liegt Rügen mit 2.790 Suchanfragen vorn, gefolgt von Sylt mit 2.460 und Usedom mit 1.790.
Bei den Suchbegriffen dominiert die Unterkunft: 64,4 Prozent des Suchvolumens entfallen auf Anfragen mit dem Wort „Wellnesshotel“ in Verbindung mit einer Region. Allgemeine Wellnessbegriffe machen 25,4 Prozent aus, Suchen nach Spa-Hotels 4,8 Prozent. Im Schwarzwald beziehen sich 75 Prozent der Anfragen auf Hotels; der Begriff „Wellnesshotel im Schwarzwald“ erreicht allein durchschnittlich 40.500 Suchanfragen pro Monat.
In Österreich führt Tirol mit 13.500 Suchanfragen pro Monat das Ranking an, vor der Steiermark mit 7.910 und Vorarlberg mit 7.600. In der Schweiz liegt Zürich mit 5.110 Anfragen vorn, vor Luzern mit 2.980 und dem Tessin mit 1.960.
Suchvolumen sinkt um ein Drittel
Bemerkenswert ist die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr: In 68 der 72 untersuchten Regionen wurden weniger Wellnessbegriffe gesucht. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Vorarlberg mit 55 Prozent, Tirol und das Tessin mit jeweils 47 Prozent sowie das Burgenland mit 44 Prozent. Zuwächse gab es lediglich im Hunsrück mit 20 Prozent und an der Nordseeküste mit fünf Prozent. Die ersten fünf Plätze des Rankings blieben trotz des allgemeinen Rückgangs unverändert: Schwarzwald, Bayerischer Wald, Allgäu, Harz und Bodensee.
Ob der Rückgang der Suchanfragen auf sinkende Buchungszahlen hindeutet, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Suchanfragen in Zeiten hoher Direktbuchungsquoten und wiederkehrender Gäste zurückgehen können, ohne dass die Nachfrage im gleichen Maße sinkt. Eine amtliche Statistik, die Wellnessreisen separat ausweist, existiert in Deutschland nicht; das Statistische Bundesamt erfasst Übernachtungen nach Beherbergungsarten, nicht nach Reisemotiven.
Globaler Markt weiter auf Wachstumskurs
International zeichnet sich für den Wellness-Tourismus ein anderes Bild als beim DACH-Suchvolumen. Die globale Wellness-Ökonomie erreichte 2024 nach Angaben des Global Wellness Institute ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar und wuchs damit um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wellness-Tourismus zählt dabei zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Branche.
Auch der Travel Trends Report 2025 des Mastercard Economics Institute beschreibt den Wellness-Tourismus als „auf Rekordkurs“. Demnach gehört Österreich im sogenannten Wellness Travel Index zu den zehn gefragtesten Destinationen weltweit und belegt Platz acht. Der Index berechnet sich aus dem Anteil der grenzüberschreitenden Ausgaben für Unterkünfte bei wellnessorientierten Anbietern, multipliziert mit dem globalen Marktanteil des Landes bei Wellness-Buchungen. Als besonders gefragte Wellness-Destinationen außerhalb Europas nennt der Bericht Namibia, Südafrika und Thailand.
Natalia Lechmanova, Chief Economist Europe beim Mastercard Economics Institute, ordnet die Entwicklung als Teil eines breiteren Trends ein: „Der europäische Reisemarkt zeigt eine beeindruckende Widerstandskraft. Selbst in wirtschaftlich unsicheren Zeiten beobachten wir einen klaren Trend hin zu Reisen, die persönlichen Sinn stiften und nachhaltigen Wert bieten.“ Europäische Reisende setzten 2025 auf Erlebnisse, die ihren individuellen Werten entsprächen, so Lechmanova weiter.
Für deutsche Regionen wie den Schwarzwald bedeutet die Konstellation zweierlei: Die Spitzenposition im Suchranking sichert Sichtbarkeit, der allgemeine Rückgang des Suchvolumens zeigt jedoch, dass der Wettbewerb um Gäste nicht leichter wird. Regionen mit Zuwächsen – Hunsrück und Nordseeküste – bleiben bislang die Ausnahme.
Quellen:



