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Wintersaison 2026/27 startet: DRV erwartet 28 Milliarden Euro Reiseausgaben
Mit dem 1. November hat die touristische Wintersaison 2026/27 begonnen. Nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) geben Reisende aus Deutschland in den Monaten bis Ende April rund 28 Milliarden Euro für Urlaubs- und Freizeitreisen aus – zwei Prozent mehr als im Vorjahreswinter. Zugleich rechnet der Verband mit einem leichten Rückgang der Reisendenzahl auf gut 44 Millionen.
Das geht aus der DRV-Marktprognose für den Gesamtreisemarkt hervor, die der Verband zu Jahresbeginn vorgelegt hat. Erstellt wird sie in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner sowie den Marktanalysten von Travel Data + Analytics (TDA). Die Prognose umfasst sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Veranstaltern als auch individuell organisierte Urlaubsreisen ab einer Übernachtung.
Kreuzfahrten und Fernreisen treiben das Wintergeschäft
Überdurchschnittlich gefragt bleiben nach Verbandsangaben Kreuzfahrten: Für sie prognostiziert der DRV ein Umsatzplus von sechs Prozent, die Zahl der Seereisenden soll um drei Prozent wachsen. Bereits bei den Vorausbuchungen für Veranstalterreisen in die laufende Wintersaison zeigte sich eine starke Nachfrage nach Fernreisen und Schiffsreisen. Als nachfragestärkste Fernziele für organisierte Reisen nannte der Verband zuletzt Thailand, die Dominikanische Republik, die Malediven und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Bei den sogenannten erdgebundenen Reisen mit Auto, Bahn oder Bus – die traditionell überwiegend individuell organisiert werden – erwartet der DRV dagegen weniger Reisende als im Vorjahreswinter. Für das gesamte Touristikjahr 2025/26 prognostiziert der Verband ein Umsatzvolumen von rund 86 Milliarden Euro, das wäre ein Plus von drei Prozent. „Reisen bleibt auch in diesem Jahr für viele Menschen ein zentrales Bedürfnis. Auch wenn viele Kunden ihre Reisen kostenbewusster planen, erfüllt sich die Mehrheit der Deutschen auch 2026 ihre Urlaubswünsche“, sagte DRV-Präsident Albin Loidl.
Weniger Auslandsreisen im vergangenen Jahr
Dahinter steht ein verändertes Reiseverhalten, das die amtliche Statistik bestätigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im August mitteilte, unternahmen Reisende aus Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 274 Millionen Privat- und Geschäftsreisen mit mindestens einer Übernachtung – 1,1 Prozent weniger als 2024. Während die Zahl der Inlandsreisen um 3,9 Prozent auf 169 Millionen stieg und damit fünf Prozent über dem Vor-Corona-Jahr 2019 lag, gingen die Auslandsreisen um 8,3 Prozent auf 105 Millionen zurück.
Beliebteste Auslandsziele blieben laut Destatis Italien (12,4 Prozent aller Auslandsreisen), Österreich (11,1 Prozent) und Spanien (10,9 Prozent), gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. Das Auto war mit 60,2 Prozent das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel; 19,2 Prozent der Reisen wurden mit der Bahn unternommen, 15,2 Prozent mit dem Flugzeug.
Frühbucher setzen auf östliches Mittelmeer
Parallel zur Wintersaison läuft das Frühbuchergeschäft für den kommenden Sommer. Nach Auswertungen von Travel Data + Analytics, auf die sich der DRV beruft, verzeichnen die östlichen Mittelmeerländer dabei die höchsten Zuwächse: Umsatz und Gästezahlen lagen in der Momentaufnahme kurz vor Jahresende um 22 Prozent über dem Vorjahr. Die Türkei sei demnach das Sommerreiseziel Nummer eins der Frühbucher und vereine rund ein Viertel aller bis dahin für den kommenden Sommer gebuchten Veranstalterreisen. Auch Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien werden dem Verband zufolge überdurchschnittlich stark nachgefragt.
Für die Sommersaison 2026 (Anfang Mai bis Ende Oktober) geht der DRV von drei Prozent mehr Umsatz gegenüber dem vergangenen Sommer aus; die Reisenden sollen demnach rund 58 Milliarden Euro ausgeben. Die Zahl der Reisenden im Gesamtmarkt werde mit 93 Millionen voraussichtlich stabil bleiben. Der Verband betont allerdings, dass es sich dabei um erste Tendenzen handele – für aussagekräftige Trends sei es zu Jahresbeginn noch zu früh.
Die Gästezahlen insgesamt bleiben nach DRV-Angaben weiterhin leicht unter den Werten von vor der Pandemie. Für 2026 prognostizieren die Branchenexperten rund 138 Millionen Reisende im Gesamtmarkt – knapp unter Vorjahresniveau. Die kommenden Wochen zeigen, ob das Last-Minute-Geschäft die Winterbilanz noch verändert: In der vergangenen Sommersaison hatten die kurzfristigen Buchungen spürbar angezogen, konzentriert auf Mittelstreckenziele wie Türkei, Ägypten, die Balearen und Griechenland.
Quellen
- Omnibusrevue: „Reisewirtschaft blickt zuversichtlich auf 2026“ – DRV-Prognose zum Gesamtreisemarkt (9. Januar 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 289 vom 17. August 2026: „Weniger Reisen, aber Rekordwert bei mehrtägigen Inlandsreisen 2025“
- Tourexpi: „Pauschalreisen entwickeln sich besser als der Individualreisemarkt“ – DRV-Zwischenbilanz und Ausblick (6. August 2025)



